Ein ganz normaler Übungstag

Bad  Sobernheim, 12.1.2018

 

Übungsraum mit Equipment

Die übliche Tagesstruktur:

Funktion
Gruppe
Mittagspause
Gruppe
Funktion
Spaziergang in den Ort
Schwimmen
Bett
Schlafen
Gute Therapeuten, gutes Essen, und schlafen tue ich nach diesen vielen Aktivitäten ohnehin gut.

Vor den Gruppenstunden gibt es jedes Mal eine Aufwärmphase, zwanzig Minuten Bewegung nach Musik. Das macht wach und bringt Spaß. Man geht dann gleich mit einer guten Laune zu den Schroth-Übungen.

Nur eine Sache stört mich: Ich hatte immer noch kein Chefarztgespräch, was mir sehr wichtig wäre. Ich habe darum gebeten. Zweimal bereits. Wenn sich nach dem Wochenende nix tut, dann gehe ich nach den Übungen am  Montag einfach zum mysteriösen Chefarzt (mysteriös deshalb, weil ich schon viel von ihm gehört habe, aber noch nie gesehen)  und stelle meine Fragen. Mir fallen übrigens immer mehr ein …

Vor allem nach dem medizinischen Vortrag von vorgestern, bei dem gesagt wurde, dass man Skoliosen ab 50 Grad operieren sollte. Das wurde einfach so gesagt. Was aber nicht gesagt wurde, war, wie ist die Nachsorge, wie sind die Schmerzen, wie lebe ich mit einem versteiften Rücken? Vielleicht machen es sich die Ärzte doch etwas zu leicht: Operation, und dann ist alles gut? Das optische Erscheinungsbild wird angepasst, wunderbar, denn auch das Kosmetische spielt eine große Rolle, denn niemand möchte schief und krumm sein und einen „Buckel“ haben. Die inneren Organe (Lunge, Herz, eventuell Magen und Darm) werden durch die OP wieder in Position gebracht. Das hört sich in der Theorie ja erst mal gut und vielversprechend an. Vielleicht fühlt sich der Patient nach der schlimmen und sicherlich auch schmerzhaften Post-OP-Zeit tatsächlich besser und schöner. Aber wie geht es dem Patienten dreißig oder vierzig Jahre nach der OP? Es gibt noch keine Langzeiterfahrung mit den heutigen OP-Methoden.

Ich habe bei meinen Reha-Aufenthalten in Isny Patienten kennengelernt, deren Wirbelsäulen vor 40 Jahren mit einem Harrington-Stab begradigt wurden. Es geht ihnen heute nicht gut …

Gestern Abend lief ein Bericht auf 3SAT, in dem es um Wirbelsäulenversteifungen ging. Die Kliniken verdienen damit natürlich auch eine Menge Geld. Die Krankenkassen bezahlen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.