Sylt

26.10.

14 Uhr

 Gestern bin ich nach Sylt gefahren. Ich will jeden Tag schwimmen gehen, natürlich nicht in der Nordsee, sondern im Schwimmbad. Außerdem habe ich vor, jeden Nachmittag einen langen Spaziergang am Strand zu machen, und zwar im Schrothschen Atemrhythmus.

Sylt
Sylt

Also, das will ich mal probieren, ob das funktioniert. Laufen oder gehen und Reinatmen in die linke Seite, Ausatmen und Raffen der rechten Seite. Beim Schwimmen klappt es: einatmen und die linke Seite gefühlt aufblähen, ausatmen unter Wasser und dabei die rechte Seite gefühlt schrumpfen lassen. Geht gut. Um das Ganze an Land noch zu steigern, wären vielleicht Walking-Stöcke nicht schlecht. Die Stöcke im Atemrhythmus setzen, dabei kann man dann auch noch Rückenmuskulatur aufbauen. Glaube ich. Gut, oder?
Außerdem habe ich Zeit, hier über angebotene Skoliose-Therapien – die ich noch nicht kenne – zu lesen, also mich schlau zu machen, zum Beispiel über Spiraldynamik.
Die Spiraldynamik-Definition, die es hierzu gibt, verstehe ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht.
Aber es ist doch interessant, bei wie vielen körperlichen Defiziten sie helfen soll:
„Bei den folgenden Problemen, stellt die Spiraldynamik® eine geeignete Therapieform dar:

Rückenprobleme: Bandscheiben, Skoliose, Lumbalgie, ISG-Syndrom
Nackenprobleme: degenerative Abnutzung, Nackensteifigkeit, Kopfschmerz
Schulterprobleme: Sehnenverkalkungen, Rotatorenmanschette, habituelle Luxationen
Handprobleme: Carpaltunnelsyndrom, Rhizarthrose
Hüftprobleme: Hüftarthrose, Piriformis-Syndrom, Snipping hip
Knieprobleme: Meniskus, habituelle Patellafehlstellung und -luxation, Arthrose
Fußprobleme: Knick-, Senk-, Platt-, Hohl- und Spreizfuß, Hallux valgus, Krallenzehen“

(aus: www.elementhera.de)
Nachdem ich nun viel Zeit mit dem Versuch verbracht habe, mir die Spiraldynamik näherzubringen, muss ich erkennen, dass das ein erfolgloses Unterfangen war.
Was ich einfach nicht akzeptieren kann, ist der Umstand, dass es seit der Schroth-Atem-Orthopädie, die in den 1920er-Jahren begründet wurde, keine wirkliche Entwicklung mehr auf physiotherapeutischem Weg gab. Oder? Warum ist das so? Nur die brachialen OP-Techniken haben sich weiterentwickelt. Auch die Korsette haben sich mit den Jahren verändert. 1972 wurde mir ein Korsett empfohlen (wie es genannt wurde, weiß ich nicht mehr). Ein Milwaukee-Korsett war es nicht.  Das Milwaukee-Korsett (stammt aus den 40er-Jahren) wurde vom Cheneau-Korsett (Ende der 70er-Jahre) abgelöst.  Jetzt gibt es das „RSCR Brace Skolioseskorsett“ (die Bezeichnungen werden  länger und modischer, nämlich englisch: „brace“, was soll das?). Sieht aber so ähnlich aus wie ein Cheneau-Korsett und ist eigentlich auch eins.
Unter dem Korsett trägt man jetzt „besonders modische Korsetthemden“. – „Sie haben keine Nähte in den Druckzonen und sind aus besonders elastischen Materialien gefertigt.“ (www.ortholutions.de) Wie schön, dass es jemanden gibt, der darauf achtet, das auch das Korsett-Darunter modisch up-to-date ist.
Was mich mal interessieren würde ist, gibt es jemanden, dem ein Korsett nachweislich und nachhaltig geholfen hat? Bitte bei mir melden!
Ich kenne nämlich niemanden. Ich kenne eher die Fälle, denen nach jahrelangem, mühseligem Korsetttragen doch eine Operation vorgeschlagen wurde („Ist schlimmer geworden, eine OP wäre jetzt wirklich angebracht.“)

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